Bernhard Vogel

Biografie zu den Bildern zur Vernissage  
 
Ausstellungen:
1988    	Rathaus Salzburg Kulturabteilung, 
	Galerie Maringer Krems
1989    	Born Fine Art Galerie Köln, Burg Wels Stadtmuseum, 
	Galerie an der Stadtmauer Villach, Galerie Weihergut Salzburg
1990    	Galerie Prisma Wien, Museum der Stadt Lienz Schloß Bruck, 
	Galerie Maringer St. Pölten, Waterman Fine Art Ltd London, Galerie Weihergut Salzburg, 
	Galerie Moser Graz, Galerie Wehr Köln
1991    	Galerie am Werk Leverkusen, Born Fine Art Galerie Köln, Waterman Fine Art Ltd London, 
	Galerie Weihergut Salzburg, Galerie Theißen Aachen
1992    	Galerie Prisma Wien, Galerie Furstenberg Paris, Galerie Sie Saint Tropez, 
	Galerie Angerer Schwaz/Tirol, Galerie Weihergut Salzburg
1993    	Waterman Fine Art Ltd London, Galerie Halbach Celle, 
	Galerie Weihergut Salzburg, Galerie Koch Hannover
1994    	Museum Asbach, Galerie Prisma Wien, Waterman Fine Art Ltd London
1995    	Galerie Osram München, Galerie Weihergut Salzburg, Galerie im Amtshaus Aschau, 
	Galerie Lochte Hamburg, Galerie Schneider Berlin
1996    	Art Expo New York, Galerie Koch Hannover, Galerie Schwarzkopf Wuppertal, 
	Waterman Fine Art Ltd London, Galerie Halbach Celle, Museum der Stadt Steyr, Galerie Weihergut Salzburg
1997    	Galerie Lochte Hamburg, Galerie Schneider Berlin, Bugno & Samueli Venedig, Galerie Moser Graz
1998    	Waterman Fine Art Ltd London, Altstadtgalerie Bern, Galerie Angerer Innsbruck, Galerie Weihergut Salzburg
1999    	Galerie Lochte Hamburg, Galerie Vienna Mödling, Galerie Schneider Berlin, 
	Galerie Koch Hannover, Galerie Furstenberg Paris
2000    	Waterman Fine Art London, Galerie Halbach Celle, Altstadtgalerie Bern, Galerie Terminus München
2001    	Galerie Weihergut Salzburg, Galerie Thiele Linz, Galerie Schneider Berlin, 
	Galerie Wolfrum Wien, BASF Galerie Schwarzheide, Galerie Terminus München, Galerie Loy Rastede
2002    	Galerie Koch Hannover, Galerie Loy Rastede, Galerie Lochte Hamburg, 
	Galerie Vetter Düren, Altstadtgalerie Bern, Stadtgalerie Ternitz, Galerie Wolfrum Wien
2003    	Haus der Kunst Graz, Catto Gallery London, Modern Art Gallery Karlsruhe, 
	Galerie Schneider Berlin, Galerie Halbach Celle Galerie Koch-Westenhoff Luebeck
2004    	Galerie Augustin Innsbruck, Galerie Loy Rastede, Galerie der Stadt Salzburg, 
	Galerie Weihergut Salzburg, Galerie Lochte Hamburg, Galerie Terminus München, Galerie Wolfrum Wien, Galerie Schneider Berlin,
2005    	Galerie Figl St. Pölten, Galerie Weihergut Salzburg, Galerie Loy Rastede, Galerie Augustin Wien, 
	Modern Art Gallery Karlsruhe, Galerie Schneider Berlin, Galerie Wolfrum Wien, 
	BASF Ludwigshafen-Schwarzheide-Taragona-Antwerpen, Bachmann Museum Bremervörde, 
	Nordwolle Delmenhorst, Kulturzentrum Zollhaus Leer, Kunstparkhaus Straußberg, 
	Museum für Natur, Mensch und Technik Oldenburg
2006    	Oakham Galleries London, Galerie Koch Hannover, Catto Gallery London, 
	Galerie Lehnert Mainz, Galerie Weihergut Salzburg, Galerie Halbach Celle, Galerie Vienna Mödling, 
	Galerie Schloß Ulmerfeld Amstetten

1961Geboren in Salzburg
1979 Matura (humanistisches Gymnasium)
1980 Handelsakademiekolleg
seit 1987 freischaffender Maler

Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit: Aquarell, Radierung, Mixed Media und Portraitmalerei
Leitung von Aquarellseminaren

Weltrelikte im Geflecht der Farben
Zur Aquarellistik Bernhard Vogels

Anton Gugg

Buchtext Dresen-Berlin-Venedig
Galerie der BASF Schwarzheide

Aquarellmalerei entsteht an der Schnittstelle des malerischen Abbildungs-Begehrens und der freien künstlerischen Fantasie. Der Hauptantrieb zur Kultivierung der an sich "armen" Kunst der Wasserfarbenmalerei speist sich aus dem Willen, den Eindruck einer bestimmten Landschaft, die Atmosphäre einer ganz besonderen Stadt mit möglichst wenig Reibungsverlust kompositorischer oder maltechnischer Art auf ein Blatt Papier zu bannen. Unüberschaubare Heere von Freizeitmalern folgen der Illusion, das "Traumbild" ihrer momentanene Begeisterung mit ein paar Tropfen gefärben Wassers und wenigen Pinselschwüngen und Tupfern fixieren zu können. Sie wollen sich nicht die Einbildung eines individuellen, unverwechselbaren Künstlertums stören lassen und verdrängen die zweite wesentliche Bedingung der Aquarellmalerei, ohne die das "dürftige" Handwerk feuchter, flüchtiger Farbspuren auf Papier wenig mehr als Anmaßung meisterschaftlicher Abstraktionsqualitäten bleibt.

Aquarellmalerei erhebt sich von dekorativer Dilettantentätigkeit zur Kunst erst dann, erweisen sich die "Effekte" - seien es simpel oder kompliziert auftretende - als Ergebnis echter gestalterischer Prinzipien. Der Grat zwischen "Klekserei" und Malerei ist gerade in der Wasserfarbenkunst enorm schmal und oft genug steht auch der geübte Kunstbetrachter ratlos vor Schöpfungen, die ihn einerseits sofort begeistern, denen er andererseits aber nicht trauen will - gerade weil sie ihn auf der Stelle in Flammen des Entzückens setzen. Die Farbe ist in der Aquarellmalerei wie in keiner anderen Disziplin direkte Lichtträgerin und verkörpert an sich das Kompositionsvermögen. Das stellt die denkbar höchsten Ansprüche an ihre "Phänomenologie". Wasserfarbe ist die nächste Verwandte der Glaskunstfarbe. Das macht sie gewissermaßen "absolut", aber auch angreifbar für jeden, der nicht an die unmittelbare mystische Kraft des Farbigen glaubt, sozusagen Rationalist ist.

In der Kunst des Salzburgers Bernhard Vogel sind beide Komponenten bedeutsamer Aquarellmalerei - die atmosphärisch-emotionale Aneignung der sichtbaren Realitäten sowie die Transformation des visuellen "Trivialbefundes" in ein abgehobenes ästhetisches System - auf ideale Weise ausbalanciert. Wahrscheinlich ist es dem vielköpfigen Gefolge der Malschüler nicht immer vollkommen klar, was ihm beim Blick über die Schulter des Meisters auf zahlreichen "Trainingsreisen des Sehens und Festhaltens" tatsächlich geboten wird - nämlich die Umwandlung des "banalen" Anblicks mehr oder weniger berühmter Städte und Stätten in ein eigenständiges Geflecht aus aquarellistischen Reizen, in dem der nostalgische Blick das vielgeliebte Bekannte entdeckt. Glücklicherweise ist Bernhard Vogel resistent gegen neugierige Enthüllungsversuche eines Kreativvermögens, das ihn zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Könner seines von sogenannten Meistern heillos überschwemmten Faches gemacht hat.

Vogel hat als Landschafts- und besonders Städtemaler dort begonnen, wie alle von Lichterscheinungen gefesselten Künstler den Höhepunkt der Kunst orten. William Turner - der Magier der Sonnengeburten und Gestirnsdämmerungen über düster glühenden Fluten, zittert in den frühen, aus dem "Schleierprinzip" entwickelten Arbeiten nach. Bald jedoch weicht der "Duft der Farben" jenen sich verdichtenden Ordnungstrategien, die das Bild immer mehr von den oberflächlichen Verführungsqualitäten des flüssigen, hochtransparenten Farbmaterials emanzipieren und letztlich in eine ästhetisch äußerst komplexe Collagetechnik führen.

Bernhard Vogel begibt sich heute mit Vorliebe zu Orten des Aufbruches und der dramatischen Veränderung. Berlin ist so ein Magnetpunkt, aber auch Dresdens restaurative Baustellen mit ihrem optichen Gespinst aus Kränen und berühmten Denkmalssilhouetten fasziniert den Maler, der nach beinahe zwei Jahrzehnten künstlerischer Tätigkeit mehr Bildfeld-Analytiker als Stimmungsimpressionist ist, wie man das von einem "Veduttisten" erwarten könnte. Im Grunde baut Vogel - trotz seiner enormen Popularität als vergleichweise naturalistischer "Abbildner" - an einer Gegenwelt zum Klischee der Stadtansicht. Man erkennt Motive und Architekturen - schön und gut - aber das eigentlich Faszinierende an diesen Aquarellen ist die Dichte von visuellen Texturen und die ist unabhängig vom Gegenstand der Darstellung. Vogel verwandelt Blumenmotive in ein Labyrinth von Helligkeiten und Schatten. Er "porträtiert" Cities am liebsten aus der Perspektive eines Aussichtsturmes und betont so das Geflechthafte der Formen. Er fühlt sich dort gefordert, wo andere aus "ästetischen" Gründen die Nase rümpfen. Der Bauch einer Maschinenhalle in Schwarzheide ist für Vogel genauso ergiebig wie der "Bellottoblick" auf das Elbflorenz oder die Palastspiegelungen der Serenissima - jenes dunstigen Urbanwunderwerkes, das spätestens seit den Dokumentaristen und Impressionsten des 18. Jahrhunderts und erst recht seit dem unübertroffenen Farb-Parfümeur namens Turner Traum und Albtraum jedes Venedig-Malers ist.

Bernhard Vogel hat heute eine gestalterische Freiheit erreicht, um die ihn Konkurrenten nur beineiden können. Der geborene Aquarellist braucht eigentlich gar keine Wasserfarbe mehr. Er benützt das Medium der Durchsichtigkeit gelegentlich sogar "gegen den Strich". Von der zartesten Andeutung bis zur opaken Blickbarriere aus vielen Farbschichten reicht das Spektrum des Farbeinsatzes. Nahtlos geht das "Wasserfarbenbild" über in "Mixed Media" - der anderen Domäne Bernhard Vogels. Gewellte, geriefelte Papierreste, tropfende Farbverläufe über Fotofragmenten und noch viele andere Kombinationen des Materiellen schließen sich in einem homogenen Ganzen zusammen. Vogel malt gewissermaßen mit "Abfällen", stuft die Wirksamkeit der einzelnen Farb- und Formstimmen exakt nach seinen Vorstellungen, instrumentiert extreme Raumkonstellationen perfekt mit "schrägen" Oberflächenreizen. Was auf der Leinwand sitzt, lässt den Blick in die Bildtiefe stürzen. Solche "Falltüren" und "Kunststücke" machen jede Komposition zum Abenteuer. Ein Hauch davon weht auch in den traditionellsten Aquarellen des außergewöhnlichen Salzburger Künstlers.

Anton Gugg